Julian Philipp David

Es geht wieder los. Der Sommer hat sich endgültig vom Acker gemacht, es ist nass und kalt. Und Julian Philipp David kommt mit neuer Musik: Ein Jahr nach seiner vielbeachteten ersten Single »Herbst« und der gleichnamigen EP, veröffentlicht der Nun-nicht-mehr-ganz- so-Newcomer am 06. Oktober 2017 die DÉJÀVU EP und bastelt damit weiter an seiner, ihm so eigenen Mischung aus Rap und Gesang. #SongwriterRap.

Auf fünfeinhalb Songs unterstreicht der Wahl-Mannheimer eindrücklich, was ihn von den Pop-Poeten dieses Landes abhebt: Kante und Klarheit in den Texten, eine unverkennbare Stimme und und dieses gewisse Talent, Geschichten zu erzählen. So aufmerksam und detailliert, dass einem beim Hören das Gefühl überkommt, man wäre dabei gewesen. Kopfkinomusik mit Ohrwurmfaktor.

Thematisch dreht es sich unter anderem um das Aufwachsen auf dem Dorf, um »How I Met Your Mother« und die erste große Liebe, den Sinn des Lebens und GuteFrage.net. Über das Klarkommen in einer ziemlich überdrehten und reizüberfluteten Welt. Mit demVideo zu »Sirenen« – Julians unmissverständlichem Statement gegen den zunehmenden Fremden- hass und die sogenannte Alternative für Deutschland – entwickelte er sich zum erklärten Hassobjekt des Besorgte-Bürger-Mobs, der wie ein wildgewordenener Wespenschwarm über die Kommentarspalte desVideos aufYouTube herfiel. Alles richtig gemacht also.

Und wann kommt dann endlich ein ganzes Album? Gute Frage. Dann wenn Julian Philipp David der Meinung ist, dass es fertig ist. Da nimmt er sich alle Zeit und lässt sich keinen Druck machen. Man hat ja nur ein erstes Album und für dieses hat er sich sehr viel vorgenommen. Und Faulheit kann man ihm wahrlich nicht unterstellen. Am liebsten würde er nämlich immer alles selber machen. Und häufig genug tut er das auch: So drehte er zum Beispiel in sprichwörtlicher Eigenregie das Lyrikvideo zu »Traurige Kids« sowie die Musikvideos zu »Gute Frage« und »DéjàVu«. Mit nicht viel mehr als iMovie, guten Ideen und starkem Kaffee.

Denn auch wenn die Strukturen mit der Zeit gewachsen sind, die Musik mittlerweile über Universal Music/Vertigo veröffentlicht wird – seine DIY-Mentalität aus Schülerband-Zeiten hat er sich beibehalten und passt nur zu gut in das Bild dieses angenehm geerdeten Songwriters.

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Live

18.11.17 E-Werk Erlangen
17.11.17 Schräglage Stuttgart
15.11.17 Alte Feuerwache Mannheim
14.11.17 Forum Bielefeld
13.11.17 Zeche Bochum
28.10.17 Mergener Hof Trier
27.10.17 Artheater Köln
26.10.17 Skaters Palace Münster
25.10.17 Kulturkeller Fulda
24.10.17 Täubchenthal Leipzig
22.10.17 Groovestation Dresden
21.10.17 Mephisto Hannover
20.10.17 Feuerwache Magdeburg
19.10.17 Tower Bremen
31.08.17 Kultursommer Gießen
27.08.17 IGA Park Rostock
25.08.17 Spack! Festival Wirges
30.07.17 Ostseebad Binz
21.07.17 Watt En Schlick Fest Varel
15.07.17 Kiliani Jugendfestival Würzburg
08.07.17 Zelt-Musik-Festival Freiburg
30.06.17 Campusfest Gelsenkirchen
23.06.17 SWR3 Sommerfest Ludwigshafen
11.06.17 Zeltfestival Rhein-Neckar Mannheim
03.06.17 Malzwiese Festival Berlin
28.05.17 Rockhal Luxemburg
26.05.17 Schlossgrabenfest Darmstadt
14.05.17 Holsten Brauereifest Hamburg
27.04.17 Freiburger Festival Freiburg
20.04.17 Popsalon Osnabrück
05.04.17 Zoom Frankfurt
04.04.17 Nochtspeicher Hamburg
03.04.17 Musik & Frieden Berlin
02.04.17 Ampere München
24.09.16 Reeperbahn Festival Hamburg
10.09.16 Schlossfest Mannheim
05.08.16 Sound of the Forest Beerfelden
30.07.16 U&D Festival Mössingen
28.07.16 Freundlich+Kompetent Hamburg
15.07.16 Bochum Total Bochum
14.07.16 Zeltmusikfestival Freiburg
09.07.16 Musikmeile Frankfurt/Main
08.06.16 Denkfest Mannheim
14.05.16 peer23 Mannheim
12.04.16 Baumhaus Bar Berlin
08.04.16 Forum Mannheim
04.04.16 The Great Räng Teng Teng Freiburg

Blog

23.11.17

DANKE!

DANKE AN JEDEN DER DIESE TOUR MÖGLICH GEMACHT HAT! DIESER SONG IST FÜR EUCH! 

Alle Fotos von Benni Janzen.

Danke Tilman, Danke Matze, Danke David, Danke Valli, Danke Andre, Danke Andrei, Danke Julia, Danke Franzi, Danke Bomber. Danke Benni. Danke Initiative Musik. Danke Bremen, Danke Magdeburg, Danke Hannover, Danke Dresden, Danke Leipzig, Danke Fulda, Danke Münster, Danke Köln, Danke Trier. Danke Bochum, Danke Bielefeld, Danke Mannheim, Danke Stuttgart und Danke Erlangen.

Wir waren nie besonders viele. Aber dafür immer nur die Guten.

Ich schreib jetzt erstmal mein Album und geh dann auf große »DIE GLEICHEN LÄDEN, ABER VOLLMACHEN« Tour.

Liebe,
J.

08.10.17

»Déjà Vu« Video & EP Release

Ich bin ja nicht so der Urlaubstyp.

Erstens bin ich berufsbedingt schon häufiger als mir lieb ist nicht daheim und zweitens kriege ich wirklich außergewöhnlich schnell Sonnenbrand. Plus; langweilig wird mir auch ganz schnell, wenn ich nichts zu tun habe. Also hab ich mich irgendwann im Juli – so wie jedes Jahr – gefragt, ob und wohin ich eigentlich in den Urlaub fahren will und beinahe wäre mir – so wie auch fast jedes Jahr – wieder was dazwischen gekommen. Irgendeine Deadline ist ja immer. 

Zum Glück hat es dieses Jahr mal wieder geklappt. Ich hatte nämlich nicht nur die beste Zeit mit meinen allerbesten Menschen und hab auch dieses ganze Urlaubs-Ding irgendwie schätzen gelernt, sondern auch nebenbei noch ein Musikvideo zu »Déjà Vu« gedreht. Straight outta Campingplatz, quasi. Siehste, so richtig abschalten kann ich halt immer noch nicht. Aber das mit dem Sonnenbrand, das wurde irgendwie besser. Wie sagen die Urlaubs-Profis immer so schön? Die Akkus sind wieder voll.

DÉJÀ VU EP streamen + downloaden: http://umg.lnk.to/DejaVu

Die CD gibt es exklusiv auf Tour: http://bit.ly/JPDTour2017

18.09.17

Hört ihr die Sirenen?

Es ist das Jahr 2017 und wir stehen kurz davor, dass erstmals seit Kriegsende wieder Nazis in den Bundestag einziehen. Was für eine abgefuckte Scheisse. Vor knapp 2 Jahren, als täglich irgendwo Flüchtlingsunterkünfte in Brand standen, habe ich einen Song geschrieben. Um mir auf meine Art Luft zu machen. Sofern das bei der Thematik überhaupt geht. Irgendwie muss man es ja versuchen. Jetzt ist dieses Stück traurigerweise immer noch aktuell; die sogenannte Alternative für Deutschland – anfangs auch von mir als ein paar verwirrte Knallköpfe belächelt – ist in der realen Politik angekommen, in 12 Tagen stehen Wahlen an und diese (geistigen) Brandstifter kommen in Prognosen auf zweistellige Ergebnisse. Eins ist sicher: Diese Leute werden unter Garantie an der Urne stehen. 

Wer jetzt nicht gegen diesen Hass, diese Hetze wählen geht, dem unterstelle ich, dass er ganz bewusst und sehenden Auges nichts gegen diese Schande unternimmt und aus unserer Geschichte nichts, aber auch wirklich gar nichts gelernt hat.

Spread the word, seid laut!

J.

s/o an K, meinen Mann für die Videos. Der hat sich für die Bildrecherche tagelang sprichwörtlich durch die Scheisse gewühlt. Mir ist ein bisschen schlecht geworden, als ich den ersten Rohschnitt gesehen habe. Ich glaube, das ist in diesem Fall etwas gutes.

 

18.06.17

Solange er schreibt

Ich bin in einem kleinen Dorf neben einer kleineren Großstadt aufgewachsen. Und immer wenn mir dort die Decke auf den Kopf gefallen ist, habe ich mich in die Musik geflüchtet. Mittlerweile wohne ich woanders und mein kleines Geheimversteck vor der Außenwelt wurde zu sowas wie meinem Beruf. Oh, wie wahnsinnig dankbar ich dafür bin! Meine neue Single »SOLANGE ER SCHREIBT« gibt es samt Musikvideo seit Freitag, den 16. Juni überall zu streamen und zu kaufen.

Solange er schreibt ist er nicht allein,
wird alles zu schwer, ja dann muss er es teil’n,
mit jedem Wort ein Stück mehr Ordnung,
dann fällt die Last von seinen Schultern und alles wird leicht.
Solange er schreibt ist seine Welt wieder heil,
zumindest in Teilen. 

Für das Video sind wir in ein verlassenes Geisterdorf gefahren. Eine wirklich verrückt-bedrückende Erfahrung. Eigentlich sieht dort nämlich auf den ersten Blick alles ziemlich gewöhnlich aus. Typisch deutsche Reihenhaus-Romantik. Vorgärten, Carports, Swimmingpools. Mit Gewöhnlichkeit hat das aber alles nicht mehr zu tun. Fast alle Rolläden sind runtergelassen, die Türen vernagelt, die Gärten verwildert und die Straßen menschenleer. Nur ihre Geschichte liegt irgendwie noch in der Luft und lässt sich förmlich einatmen. Und wenn dort bald kein Stein mehr auf dem anderen liegt, wird nach Kohle gebuddelt. Nostalgie, Du olles Ding. 

Für den Fall, das meinem kleinen Heimatdorf neben der kleineren Großstadt mal ein ähnliches Schicksal bevorstehen sollte, habe ich immernoch diesen Song. Und meine Geschichte.

10.04.17

Traurige Kids Tour Teil 1

Das war sie also schon, meine allererste Tour. 2000 Kilometer in 4 Tagen. München, Berlin, Hamburg, Frankfurt. Und es hätte nicht besser laufen können. Bis auf den Anfang vielleicht. Denn alles begann mit einem mittelgroßen Schreck: Hoppla, unser Gepäck passt ja gar nicht in den Bus. Geballte Tetris-Power, aber da war dann einfach nichts zu machen. Und Samstag Abends sind nun mal alle Autovermieter des Landes auf der Piste. Mit Caipi und zwei Girls im Arm. Das ’ne Regel. Also einen privaten PKW als zweiten Packesel zweckentfremdet und los ging die Rutsche. Erster Stopp in München. Angekommen und direkt über die Gemüsesticks hergefallen. Die schmecken nämlich doppelt so gut, wenn man – wie ich früher – selber Stagehand war und die Dinger für die eintreffenden Bands geschnippelt hat. Aufbauen, erster Nasen-Sonnenbrand 2017, Biergarten und dann die erste Show. Tourstart können wir!

Julian Philipp David Verbeugung

Foto: Andrea Kaluza

Und ich hatte mir so einiges vorgenommen, für die allererste Tour. Für jede Stadt habe ich eine eigene Strophe auf einen Song mit regionalem Bezug geschrieben. Das dann live filmen und direkt am nächsten Tag als Musikvideo mit Publikumsbeteiligung rausknallen. Kann doch nur gut werden. In München war das dann »Liebe & Hass« von den Töpfen. Vollkommen idiotensichere Nummer, hab ich mir gedacht. Der Song, in München. Hat dann auch alles wie am Schnürchen geklappt, nur das Lied kannte kaum einer im Raum. Hört mehr Blumentopf!

Am nächsten Morgen dann wirklich early-bird-mäßig zum Auto trotteln. Lasst uns durch, wir müssen einmal quer durch Deutschland. Retrospektiv betrachtet waren die 7 Stunden Autofahrt eine wirklich wichtige Phase für mich und meine Super Stickman Golf II Karriere. Call me Mister Level 20. Eine Stunde zu früh (!) sind wir dann in Berlin angekommen. Muss man auch erstmal so machen.

Fast auf den Tag genau 1 Jahr zurück, habe ich im selben Gebäude oben in der Baumhaus meine zweite Show überhaupt gespielt. Wie die Zeit doch verfliegt. Heute spielen wir unten. Keller is the limit. Und spätestens jetzt sind wir so richtig im Tour-Modus angekommen. Aufbauen, Soundcheck, zwischendrin Interviews und Gemüsesticks. Was vielleicht so die erste große Tour-Lehre für mich war; Stadt anschauen ist nicht. Denkt man sich ja so schön; bisschen rumstromern, Cappu mit Freunden und die City einatmen. In Wirklichkeit baut man sein Zeug auf, snackt kurz was, dann kommt einfach immer noch was dazwischen (auch so eine Regel), man spielt die Show, lädt das Equipment in den Bus und irgendwann geht es dann ab Richtung Hotel. Morgen früh geht es ja weiter. Zurück zur Show in Berlin. Geil, alles klappt, meine liebsten Leute sind da und auch sonst sind nur grundsympathische Menschen im Raum. Bester Abend. Und das, obwohl man vor Shows in Berlin immer so ein bisschen Magengrummeln hat. Apropos: Wer hat sich denn bitte Chilli-Cheese-Fries ausgedacht? Nicht die allerbeste Idee, merkte selbst, mh? Und das ist kein genießerisch-appetitliches „mh“, kein leckerlecker „mh“, mehr so ein fragendes, ein zweifelndes „mh“. Mh!

Berlin – Hamburg. Unsere Lieblingsdisziplin, die Kurstrecke! Angekommen und alle in einen Aufzug gequetscht. Livestream für Mit Vergnügen. An der Location angekommen, gab es direkt die ersten Gerüchte. Zwei Straßen weiter findet wohl das Grande Finale des Bilderbuch-Tischtennisturniers statt. Keine Zeit, wir schleppen unser Zeug noch selber. Aber wenn ihr das lest, ich stehe voll im Saft, habe einen frischen Belag auf meinem Schläger und fordere!

In Hamburg habe ich jetzt schon zum dritten Mal gespielt. Und das merkt man direkt. Bekannte Gesichter, beste Stimmung und überdurchschnittlich hoher Astra-Konsum an allen Fronten. Vielleicht sowas wie meine Lieblingsstadt. Hamburg City ruled, wer behauptet was anderes. Zum Glück komme ich bald schon wieder!

Letzter Halt dann in Frankfurt. Lange Fahrt und darauf erstmal eine ordentliche Schelle. Die Location ist im ersten Stock und der Aufzug defekt. Nix da, rollen mit den Kisten. Was solls, den Legday haben wir jetzt eh schon ein paar Tage zu viel geskippt und das breite Kreuz kommt nicht von allein. Das Schleppen war dann auch ziemlich filmreif. K, unser Kameramann, hat das als einziger direkt erkannt und hatte dementsprechend auch keine Hand mehr zum Tragen frei. And the Oscar goes to… Lauchauflauf im Treppenhaus!

Der Auftritt war dann bombe und das alles viel zu schnell schon wieder vorbei. Ich will direkt wieder los. Mit euch, mit meiner Crew, mit meinen Songs. Über den Sommer kommen erstmal die Festivals, aber im Herbst bin ich wieder auf eigener Tour unterwegs. Jetzt hab ich es auch endlich selber mal erlebt, dieses Tourleben. Und will am liebsten nichts anderes mehr machen.

Viel Liebe,

Julian

08.04.17

Wenn der Vorhang fällt – Review

Wenn am Donnerstag der Dokumentarfilm „Wenn der Vorhang fällt“ in die Kinos kommt, ist das für Filmemacher Michael Münch der Abschluss einer dreijährigen Arbeit. Um die Entstehungs- und Erfolgsgeschichte von Deutschrap mit der Stimme ihrer Protagonisten nachzuerzählen, hat er eine illustre Runde vor seine Kamera gebeten. Ich habe mir den Film vorab angesehen, beschrieben, was das mit mir gemacht hat und den folgenden Text für Redbull Music aufgeschrieben.

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Da sitzen sie also, die Helden meiner Jugend, die Elder Statesmen des Deutschraps, erzählen wie das damals so war und es beamt mich gedanklich geradewegs in meine frühe Teenagerzeit zurück. Zurück in die Mitte der Nullerjahre, in mein beschauliches Heimatkaff vor den Toren Freiburgs. Eigentlich muss ich diese Geschichte im Plural erzählen. Denn erstens hat mich Nico, mein bester Kumpel von früher da mit reingezogen und zweitens macht man Hip-Hop nicht allein. Da gehören immer mindestens zwei dazu. Darauf kannst du Gift nehmen. Oder Björn fragen. Wie dem auch sein; alles begann mit einem Spindel gebrannter CD-Rohlinge, die Nico von seinem großen Bruder vermacht wurden.

Bisher hatten wir, mit einem eher semi-ausgegorenen Musikgeschmack versehen, die »Eminem Show« in Fantasie-Englisch mitgerappt, dann entdeckten wir dort die »Deluxe Soundsystem« von Dynamite Deluxe und unsere bislang relativ überschaubare Welt geriet aus den Fugen. Guter Rap auf deutsch, alter. Alles aus. Wir haben dieses Album rauf- und runtergehört und uns parallel dazu (Celo Voice) alles was sonst noch so aus Hamburg kam reingezogen. Die Beginner, Ferris, Eins Zwo und notfalls sogar Mr. Schnabel. Danach Stuttgart – Massive Töne und Freundeskreis – und München mit Blumentopf und Main Concept. Alles pflichtbewusst abgegrast, quasi. Geburtsbedingt zwar ein paar Jahre zu spät, aber immerhin abgegrast. Und wie oft saßen wir in Nicos Keller vor dem CD-Player und haben uns geärgert, dass wir nicht einfach ein paar Jahre früher geboren wurden.

Die Helden meiner Jugend in einer Spotify-Playlist:

Im Film bezeichnet MC Rene diese von uns so innig verehrte Deutschrap-Episode als die zweite Epoche. Nachdem die Gründerväter um Torch und Toni L mit Advanced Chemistry und zeitgleich auch Smudo mit den Fantastischen Vier bewiesen hatten, dass man auch auf Deutsch rappen und reimen kann, sprossen Mitte der 90er Jahre in vielen Großstädten Hip-Hop-Szenen aus dem Boden. Die Beginner, Freundeskreis, Blumentopf, die Massiven Töne oder Fettes Brot – um nur die heute noch bekanntesten davon zu nennen. Man berief sich auf die Kultur, verehrte die vier Elemente und feierte auf Jams sich und das Außenseiterdasein. Backpack-Rap eben. Den Eastpack voller Sticker und Eddings. Genau unser Ding.

Schade nur, dass in Freiburg der liebe Rapgott irgendwie an einer florierenden Szene gespart hatte und wir auch sonst gute 10 Jahre zu spät kamen. Und deutschlandweit schubste Aggro Berlin mit Künstlern wie Sido, Bushido und Fler die Studentenrapper beiseite und drängte sich ins Rampenlicht. Nach all dem, was wir bisher von unseren Idolen aufgesogen hatten, den Werten und den Idealen; das konnten wir einfach nicht gut finden. Ich meine, es gibt Regeln und so. Das ist real, das ist whack und überhaupt. Und so saßen wir dann irgendwann da, haben über die aktuelle Entwicklung von Deutschrap lamentiert, uns 15 Jahre alte Underground-Mixtapes hin und herkopiert und über die Anzahl der gereimten Silben auf irgendeinem alten Eins Zwo Song diskutiert. Get a life, man. Normal waren wir nicht.

Irgendwann hatten wir dann grob verstanden, wie man das selber macht. Aber anders als die meisten unserer Idole kamen wir nicht übers Freestylen, sondern über das stundenlang nach Reimen suchen. Mit Block und Bleistift Sechzehner schreiben. Man, fanden wir uns real. Als uns die Instrumentals ausgingen, musste ich mich in Fruity Loops einarbeiten. Ich hab immerhin Trompete gespielt, das war in Nicos Augen musikalische Qualifikation genug. Wir waren Außenseiter: Auf der Waldorfschule, die wir 13 Jahre lang besucht haben, waren wir nur die coolen Rapper. Das war die Zeit, als „cool“ noch als mittelschweres Schimpfwort fungierte. Für alle anderen waren wir »die Rapper von der Waldorfschule«. Ich glaube das erklärt alles.

Irgendwie waren wir immer schon ein bisschen anders. Statt auf den wöchentlichen Freestyle-Sessions haben wir mit „echten“ Musikern abgehangen und eine Band gegründet. So richtig mit Instrumenten, Arrangements und allem. Die Mentalität war aber immer sowas von Hip-Hop. Keiner will uns buchen? Dann veranstalten wir einfach selber Konzerte. Merch? Besprühen wir selber. Ein Label? Wir brennen die CDs einfach selbst und verkaufen sie jedem, der nicht bei drei auf dem Baum ist. Das ist es nämlich, was dieses Genre und nicht zuletzt die Hip-Hop-Kultur in meinen Augen immer ausgemacht hat. Du hast kein Sprachrohr zur Hand? Bau dir eins. Get shit done.

Der Film endet im Hier und Jetzt. Rap hat sich vom Teil einer Jugendkultur zu einem der erfolgreichsten deutschen Genres gemausert. Eine früher wahrscheinlich nie für möglich gehaltene Vielfalt hat Einzug gehalten: Gangster, Cloudrapper, Stundenten und ein paar Schulabbrecher sitzen friedlich nebeneinander im Kreis, reichen sich einen gemeinsamen Joint rum und machen nebenbei alle Parra mit Rap. Und ich mach es wie früher, halte es mit Dendemann und schau mir das Geschehen vom Beckenrand an. Denn auch wenn ich eure verwunderten Blicke sehe, wenn ich sage, ich mache Rap. Ich sehe mich sehr wohl als Teil davon. Jetzt nicht so mittendrin, aber so am Rand vielleicht. Aber das von ganzem Herzen. Und wie haben Blumentopf mal so treffend gerappt? Entweder fühlst du Hip-Hop oder du fühlst ihn nicht.

29.03.17

Traurige Kids (Jimmy Fallon Version)

Was Jimmy Fallon mit The Roots kann, können wir schon lange. Na gut, vielleicht nicht in HD und ein bisschen unscharf, aber das gleichen wir mit Herzblut wieder aus. Herzblut dickflüssig wie Sriracha-Soße. Also doch wieder scharf, irgendwie. Wie auch immer: Hier kommt »Traurige Kids« in einer ganz speziellen Version um die Ecke. Ich hoffe, es gefällt euch so gut wie mir!

19.03.17

Tourankündigungsvideos

Ist jetzt ja nu wirklich nicht mehr lang bis zur Tour. Vor lauter Vorfreude und um die Wartezeit umzubringen hab ich ein paar Kumpels samt weirder Instrumente zusammengetrommelt, eine Strophe für jede Tourstadt geschrieben und mal wieder ein bisschen gerappt. Zum Fit werden, quasi. Statt Joggen gehen. Klingt dann so, also für Frankfurt jetzt:

Die anderen Städte gibt es auf meinem YouTube-Kanal.

Alle Aprildates sicherheitshalber nochmal im Überblick:

02.04.17 München – Ampere
03.04.17 Berlin – Musik & Frieden
04.04.17 Hamburg – Nochtspeicher
05.04.17 Frankfurt – Zoom

Du hast noch kein Ticket? Gönn dir hier! Bis gleich dann!

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